Giersch – Aegopodium podagraria

Giersch – Aegopodium podagraria

Der Giersch wird auch Geißfuß, Zipperleinskraut, Bodenhafter, Dreiblatt
oder Wiesenholler genannt
Botanischer Name: Aegopodium podagraria
Familie: Doldenblütler

Giersch ist eines dieser Kräuter, an denen sich die Geister scheiden. Für die einen ist er ein wertvolles Wildgemüse und altes Heilkraut, für die anderen eine kaum zu bändigende Plage im Garten. Beides stimmt. Hat er einmal Fuß gefasst, lässt er sich kaum wieder vertreiben. Gleichzeitig steckt in ihm eine enorme Lebenskraft und genau diese macht ihn medizinisch so interessant.

Wirkung

Giersch wirkt entzündungshemmend, stoffwechselanregend, entwässernd durch seinen hohen Kaliumgehalt, blutreinigend, basisch und mineralstoffreich, unterstützt den Säure-Basen-Haushalt, fördert die Verdauung und wirkt leicht krampflösend.

Schon der botanische Name podagraria weist auf seine traditionelle Verwendung hin, Podagra ist die Gicht. Giersch galt lange als klassisches Kraut bei Gicht, Rheuma und Gelenkbeschwerden.

Anwendung innerlich

Innerlich wird Giersch als Tee aus frischen oder getrockneten Blättern eingesetzt bei Gicht, Rheuma, Gelenkbeschwerden, zur Unterstützung des Stoffwechsels und als Frühjahrskur zur Entgiftung und Entsäuerung.

In der Küche ist er ein wertvolles Wildgemüse, roh oder gekocht in Smoothies, Salaten, Suppen, Kräuterquark oder als Pesto.
Die jungen Blätter schmecken mild, leicht nach Petersilie oder Möhre, ältere Blätter werden herber.
Ob es einem persönlich schmeckt, sollte man ausprobieren. Meins ist er nicht, aber ich kenne einige Kräuterfreunde die ihn gerne verspeisen.

Anwendung äußerlich

Äußerlich kann Giersch als Umschlag oder Bad bei Gicht, Rheuma und Gelenkschmerzen verwendet werden. Ein Breiumschlag aus frischen, zerdrückten Blättern eignet sich bei Insektenstichen, Hautentzündungen und gereizter Haut.


Anwendung bei Tieren

Auch für Tiere ist Giersch interessant. Viele Pferde, Ponys und auch andere Pflanzenfresser fressen ihn instinktiv, wenn sie das Bedürfnis danach haben. Besonders im Frühjahr kann er den Stoffwechsel unterstützen, leicht entwässernd wirken und zur Entlastung bei Gelenkproblemen beitragen.

Wie immer gilt: Tiere wählen meist selbst, was sie brauchen. Giersch sollte nicht gezielt in großen Mengen verfüttert werden, sondern als frei zugängliche Pflanze, aus der sich das Tier nach Bedarf bedient. Meine Ponys fressen ihn gern fressen, wenn sie im Garten sind und an dem einen Beet mit dem vielen Giersch knabbern dürfen (sollen).

Homöopathie

In der Homöopathie wird Giersch nur selten eingesetzt, traditionell bei Gicht, rheumatischen Beschwerden und Harnsäureüberschuss.

Sonstiges Wissenswertes

Giersch ist essbar und sehr nährstoffreich.
Er enthält viel Vitamin C, Kalium, Magnesium, Eisen und Karotin. Die gesamte Pflanze kann genutzt werden.

Im Garten zeigt er sich extrem wüchsig und ausdauernd. Wer ihn einmal hat, wird ihn kaum wieder los. Gleichzeitig ist er ein Hinweis auf einen lebendigen, nährstoffreichen Boden.

Wichtig ist die sichere Bestimmung. Verwechslungsgefahr besteht mit giftigem Schierling oder Hundspetersilie.
Giersch erkennt man zuverlässig an seinem dreikantigen Stiel, den dreiteiligen Blättern und dem typischen Geruch nach Möhre oder Petersilie beim Zerreiben.

Mein Fazit:
Giersch ist kein Unkraut im klassischen Sinn, sondern ein kraftvolles Wildkraut mit langer Heiltradition.
Wer ihn nicht bekämpft, sondern nutzt, entdeckt in ihm einen wertvollen Begleiter für Mensch, Tier und Küche – auch wenn er im Garten sehr viel Geduld und eine große Portion Gelassenheit fordert.

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