Mein Garten im Winter

Mein Garten im Winter

Garten im Januar – wenn nichts getan werden muss

Im Januar ruht unser Garten. Wir wohnen in der Nordeifel, ziemlich hoch und das Wetter ist hier recht rau und kalt. Es regnet viel (und schneit) und im Sommer ist es auch nicht so warm. Im Rahmen der allgemeinen Klimaänderung ist es zwar auch hier milder geworden, aber Nordeifel ist Nordeifel. 

Schnee und Eis liegen über den Beeten, die Wege sind hart gefroren, und selbst an sonnigen Tagen bleibt die Kälte spürbar.
Es ist eine Zeit, in der nichts erledigt werden muss. Und genau das fühlt sich richtig an.

Ich arbeite im Januar nicht im Garten. Ich gehe hindurch, gucke und beobachte, bleibe stehen. Mehr nicht.

Winterruhe statt Aktion

Der Garten wirkt leer, fast stillgelegt. Doch dieser Eindruck täuscht. Unter der Schneedecke ist der Boden geschützt, das Bodenleben verlangsamt, aber nicht tot. Pflanzen ziehen ihre Kraft nach innen zurück, sammeln Energie und warten.

Eingriffe würden jetzt mehr stören als helfen.

Winterruhe ist kein Stillstand, sondern eine notwendige Phase. Wer sie respektiert, hat im Frühjahr kräftigere Pflanzen.

Erste Zeichen – leise und unauffällig 

Ganz unauffällig zeigen sich die ersten Schneeglöckchen. Keine großen Blüten, kein Drängen. Sie stehen einfach da, als wollten sie sagen:
Es geht weiter, aber noch nicht.

Auch an den Beerensträuchern sind die Knospen bereits zu sehen. Fest geschlossen, gut geschützt, aber ich meine, sie würden ganz langsam etwas dicker. Sie wissen selbst, wann ihre Zeit kommt. Ich muss nichts beschleunigen, nichts vorbereiten.

Im Beet steht noch Mangold. Nicht als Erntepflanze, eher als Erinnerung daran, dass nicht alles gleichzeitig endet.

Schutz statt Aufräumen

Lavendel und Zistrosen sind mit Tannenzweigen abgedeckt. Kein Vlies, kein Plastik. Die Zweige schützen vor starkem Frost, lassen Luft durch und halten die Schneelast ab. Der Schnee selbst wirkt zusätzlich isolierend.

Ich räume jetzt nichts weg. Verblühte Stängel, trockene Pflanzenteile und liegen gebliebenes Laub bleiben, wo sie sind. Sie schützen den Boden, bieten Insekten Unterschlupf und gehören in diese Jahreszeit.

Ordnung ist ein Sommerkonzept. Der Winter darf wild aussehen.

Der Garten aus Ganzes

Der Nutzgarten ruht, ebenso die Kräuterbeete und Blumenflächen.
Auf der Obstbaumwiese liegt Schnee, das Pony bewegt sich vorsichtig zwischen den Stämmen. 
Auch die Bäume haben Pause. Kein Schnitt, kein Eingreifen. Sie haben im letzten Jahr soviele Früchte getragen, dass die Pause sein muss.

Die Kübelpflanzen stehen geschützt: Zitronenbaum, Olivenbäumchen, Weinrebe, Geranien, Lavendel und Kräuter. Sie brauchen jetzt vor allem eines: Ruhe und gleichmäßige Bedingungen. Kein Aktionismus, kein ständiges Kontrollieren und bei Bedarf Wasser. 

Beobachten statt Tun

Der Januar ist kein Monat für Listen. Er ist ein Monat für Wahrnehmung.
Wie verändert sich das Licht?
Wo bleibt der Schnee liegen, wo taut er zuerst? Welche Pflanzen zeigen früh Bewegung, welche halten sich zurück?

Diese Beobachtungen sind wertvoller als jede Arbeit. Sie zeigen, wie der Garten tickt, was er braucht und was nicht.

Vertrauen in den Rhytmus

Der Garten weiß, was er tut.
Ich lasse ihn und genieße es, weniger, viel weniger Arbeit hier zu haben. Denke man nur ans Rasenmähen … 

Im Januar geht es nicht darum, etwas vorzubereiten oder vorauszuplanen. Es geht darum, den natürlichen Rhythmus anzunehmen. Die Kraft kommt zurück, ganz von allein. Im richtigen Moment.

Wie geht es euch im Garten und mit eurem Garten? Was sind eure Pläne und Gedanken oder neue Ideen? Schreibt mir! 

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Sed ut perspiciatis unde omnis das ist wirklich iste natus.