SchwarzkümmelÖl – Heilöl für Mensch und Tier
Schwarzkümmelöl – ein aromatisches Heilöl und eines meiner Lieblingsöle
Der Schwarzkümmel (Nigella sativa), auch römischer Koriander genannt, ist weder mit dem Kümmel noch mit dem Kreuzkümmel verwandt.
Botanisch gehört er zu den Hahnenfußgewächsen und ist damit ein Verwandter von Pflanzen wie Hahnenfuß oder Nieswurz.
Die einjährige Pflanze blüht zart hellblau bis leicht lila und wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar.
Die Samen erinnern optisch an Sesam, sind jedoch matt schwarz, dreikantig und deutlich aromatischer. Viele kennen sie von Fladenbrot oder orientalischem Gebäck. Seit Jahrhunderten werden sie nicht nur als Gewürz, sondern auch medizinisch genutzt.
Das aus den Samen gewonnene Schwarzkümmelöl wurde vor einigen Jahren als wahres Wundermittel gefeiert. Diese Euphorie hat sich inzwischen gelegt – was ich persönlich für eine gesunde Entwicklung halte. Denn Schwarzkümmelöl ist kein Allheilmittel, aber ein ausgesprochen wertvolles Öl, wenn man es gezielt, bewusst und in guter Qualität einsetzt.
Sein Fettsäuremuster ähnelt dem des Sonnenblumenöls, ergänzt durch einen vergleichsweise hohen Anteil ätherischer Öle von etwa 0,5 bis 1 Prozent. Diese verleihen ihm den intensiven, würzig-krautigen Geruch. Pharmakologisch besonders interessant ist der enthaltene Wirkstoff Thymochinon, der maßgeblich für die entzündungshemmenden, antiallergischen und antioxidativen Eigenschaften verantwortlich ist.
Schwarzkümmelöl wirkt antiallergisch, antihistaminisch und entzündungshemmend.
Es hat sich vor allem bei allergischen Beschwerden wie Heuschnupfen, bei Asthma sowie bei chronischen Hautproblemen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte bewährt.
Auch bei rheumatischen Beschwerden und einer allgemeinen Schwäche des Immunsystems kann es unterstützend eingesetzt werden.
Zusammen mit den ätherischen Bestandteilen, insbesondere Nigellon und Thymochinon, kann Schwarzkümmelöl bronchiale Verkrampfungen lösen. Es wird daher sowohl innerlich als auch äußerlich bei Husten, Bronchialspasmen und Asthma eingesetzt, etwa als sanfte Einreibung im Brust- und Rückenbereich.
Innerlich angewendet stärkt Schwarzkümmelöl zudem die Darmschleimhaut. Da der Darm eine zentrale Rolle für das Immunsystem spielt, erklärt sich hier ein weiterer Teil seiner immunmodulierenden Wirkung.
Warum die Qualität des Öls entscheidend ist
Nicht jedes Schwarzkümmelöl wirkt gleich. Entscheidend ist vor allem der Thymochinongehalt, der stark von Herkunft, Saatgutqualität, Pressverfahren und Frische abhängt.
Hochwertige Öle weisen deutlich höhere Gehalte dieses Wirkstoffs auf und sind entsprechend wirksamer.
Sehr günstige Schwarzkümmelöle, insbesondere solche, die speziell als „Tieröle“ vermarktet werden, enthalten häufig nur geringe Mengen Thymochinon. Für eine rein prophylaktische Fütterung mag das ausreichen. Für eine gezielte therapeutische Anwendung bei Allergien, Atemwegs- oder Hautproblemen ist die Qualität jedoch von zentraler Bedeutung.
Bewährt hat sich die kurweise Anwendung, um Leber und Stoffwechsel nicht dauerhaft zu belasten und einem Gewöhnungseffekt vorzubeugen. Nach drei bis vier Monaten Einnahme sollte daher eine Pause eingelegt werden.
Schwarzkümmelöl in der Tiergesundheit
Äußerliche Anwendung
– kann Zecken und Stechfliegen fernhalten
– lindert Juckreiz nach Stichen
– unterstützt die Heilung gereizter und entzündeter Haut
– bewährt bei Sommerekzem und allergischen Hautreaktionen
Innerliche Anwendung (kurweise)
Hunde: je nach Größe ca. 8–10 Tropfen täglich über das Futter
Pferde: ca. 20 ml täglich
Ponys: ca. 10 ml täglich
Nicht geeignet für Katzen!
Geflügel & Vögel
– können Schwarzkümmelsamen fressen
– Öl wird hier nicht empfohlen
Atemwegserkrankungen bei Pferden
Aus der Erfahrungsmedizin gibt es Berichte, unter anderem von einem ägyptischen Tierarzt, über den erfolgreichen Einsatz von Schwarzkümmelöl bei einer asthmakranken Stute, deren Zustand sich innerhalb kurzer Zeit deutlich besserte. Solche Fallbeobachtungen unterstreichen die bronchienentspannende und antiallergische Wirkung des Öls.
Qualitätshinweis
Für therapeutische Zwecke sollte ein Öl mit möglichst hohem Thymochinongehalt gewählt werden. Hochwertige Öle erreichen Gehalte von über 2.000 mg Thymochinon pro 100 ml und unterscheiden sich damit deutlich von preisgünstigen Produkten mit geringer Wirkstoffkonzentration.
Mein Tipp:
Schaut mal auf der Webseite der Ölmühle Godenstedt nach. Dort findet Ihr viele verschiedene Öle mit Informationen dazu
und eine Rubrik mit Futtermitteln.
https://www.oelmuehle-godenstedt.de/
Als Buchtipp zum Thema der Öle kann ich euch das Buch „Pflanzenöle – Qualität, Anwendung, Wirkung“ empfehlen.
Das Buch ist im Stadelmann Verlag erschienen. Die Autorin ist Ruth von Braunschweig.
ISBN 9783981130447