Mädesüß – Filipendula ulmaria

Mädesüß – Filipendula ulmaria

Mädesüß – die duftende Königin der feuchten Wiesen

Eine Pflanze, die den Sommerduft einfängt

Wenn das Mädesüß blüht, liegt ein ganz besonderer Duft in der Luft. Ich liebe diesen Duft und könnte ewig mit der Nase über den Blüten verharren. Die cremeweißen Blütenwolken leuchten an Bachufern, auf feuchten Wiesen und an Waldrändern. Auch bei uns an der rur finden wir es in Hülle und Fülle und der Weg ist weiß gesäumt, wenn wir bei unserem Spaziergang hier entlang wandern. Schon von weitem kann man es oft riechen: süß, honigartig, ein wenig wie Mandel oder Marzipan.

Das Mädesüß gehört zu den Pflanzen, die man nicht nur sieht, sondern erlebt – durch seine auffällige Blüte, seinen Duft und die vielen kleinen Besucher, die sich daran finden.


Warum ist das Mädesüß so wertvoll für Insekten?

Das Mädesüß besitzt keine großen Schau-Blüten wie viele Gartenpflanzen. Seine Stärke liegt in der Menge:

Viele kleine Einzelblüten bilden große Blütenstände.
Dadurch entsteht eine große Nektarquelle auf kleinem Raum.

Der süße Duft lockt zahlreiche Insekten an.
Vor allem Schwebfliegen, Käfer, Wildbienen und verschiedene Schmetterlinge besuchen die Blüten. Hier ist immer Leben und ein Schwirren und Flattern zu beobachten.

Es blüht zu einer wichtigen Zeit.
Im Hochsommer, wenn viele Frühjahrsblüher längst verblüht sind, bietet das Mädesüß weiterhin Nahrung.

Es gehört in feuchte Lebensräume.
An Bachläufen, Gräben und feuchten Wiesen zeigt es uns noch intakte, naturnahe Standorte an.

Der besondere Duft – nicht nur für unsere Nase

Der Duft des Mädesüß kommt von seinen Inhaltsstoffen, besonders von Salicylaten, aus denen auch der Name der Pflanze in Verbindung mit der traditionellen Verwendung entstanden ist.

Früher wurde Mädesüß wegen seines angenehmen Duftes genutzt:

  • zum Aromatisieren von Räumen
  • als Duftkraut in Brautsträußen und bei Festen
  • zum Würzen von Getränken und Speisen

Auch der Name wird häufig damit erklärt, dass es früher zum Süßen und Aromatisieren von Met verwendet wurde – also dem Honigwein. Andere Deutungen beziehen sich auf seinen Duft, der „die Mäde“ (Wiesen) süß macht.


Mädesüß als Heilpflanze

Das Mädesüß gehört zu unseren alten Heilpflanzen.

Traditionell wurde es verwendet bei:

🌿 Erkältungen und fiebrigen Zuständen
🌿 zur Unterstützung bei rheumatischen Beschwerden
🌿 zur Förderung der Ausscheidung
🌿 bei leichten Verdauungsbeschwerden

Seine Inhaltsstoffe enthalten natürliche Salicylate – ähnlich dem Stoff, der später als Vorbild für die Entwicklung von Acetylsalicylsäure (Aspirin) diente.

(Bei Menschen mit Unverträglichkeit gegenüber Salicylaten sollte Mädesüß allerdings gemieden werden.)

Die Heilwirkung bezieht sich natürlich nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf unsere Tiere. Ich habe für mein altes Pony jahrelang viel Mädesüß gesammelt, getrocknet und hatte dann im Winter eine schöne Möglichkeit mit seiner Heilkraft zu arbeiten. 

Mädesüß in der Küche

Die Blüten können zum Aromatisieren verwendet werden:

in Sirup
in Desserts
für besondere Teemischungen
zum Verfeinern von Getränken

Der Geschmack ist ungewöhnlich: süßlich, blumig, mit einer leicht mandelartigen Note.


Ein besonderes Geschenk der Natur

Das Mädesüß zeigt, wie wertvoll unscheinbare Wildpflanzen sein können.

Es ist nicht nur eine schöne Pflanze unserer Feuchtwiesen, sondern verbindet viele Dinge miteinander:
den Duft des Sommers, die Vielfalt der Insekten, alte Heilpflanzenkunde und unsere Kulturlandschaft.

Wer im Juli an einem Bach oder Waldrand steht und eine Wolke aus weißen Blüten entdeckt, sollte einmal stehen bleiben. Vielleicht summt es dort genauso lebendig wie am Dost.

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